5.30 Uhr in Galle: Ich breche zusammen mit meinem Gastvater auf um in vier Tagen alle großen Sehenswürdigkeiten Sri Lankas zu erkunden. Es regnet in Strömen, unglaublich heiß ist es aber natürlich trotzdem.
Nun muss man wissen, wenn man in Sri Lanka in einen Van einsteigt, dann fährt man mindestens sechs Stunden ohne ein Mal anzuhalten. Der Singhalese geht anscheinend nie zur Toilette und alle zwei Stunden Pause machen ist anscheinend auch nur was für uns Europäer.
Also polterten wir vier Stunden ohne Unterbrechung im strömenden Regen die „Straße“ in Richtung Pinnuwala herauf um zwei Freiwillige abzuholen, die dort im Elefantenwaisenhaus arbeiten.
Wir hielten nur an, weil ich nach vier Stunden einfach nicht mehr anhalten konnte und bettelte, ob wir doch bitte mal irgendwo alt machen könnten.
Wenn man aber dann die Tür der sri lankischen öffentlichen Toiletten aufmacht überlegt man doch ein zweites Mal ob man wirklich zur Toilette muss.
Die Löcher im Boden, ohne Spülung, sind dann doch etwas ungewohnt ;-)
In Pinnuwala angekommen luden wir nur schnell Amanda und Sisal ein und weiter ging die Fahrt Richtung Sigirya.
Sigirya ist ein riesiger Fels, hab vergessen wie hoch, auf dem und auch rundherum ein König damals ein Königreich mit etlichen Gebäuden und Tempeln errichtet hat. Besonders sehenswert sind die originalen Bemalungen der Höhlen im Fels. Die Bemalungen zeigen die 500 Frauen im Harem des Königs.
Der Aufstieg war für mich nicht so einfach. Nicht weil, wie unser guide meinte ich nicht so fit sei, sondern die 3200 klitzekleinen nassen Stufen, die auf den Felsen heraufführen, an der Außenseite befestigt sind und man genau sieht wie weit man sich vom Grund entfernt..
Letztendlich habe ich es aber geschafft und konnte einen atemberaubenden Blick auf die immergrüne Landschaft des Landesinneren werfen.
Der König hat tatsächlich ganz oben auf diesem Fels ein ganzes Königreich gebaut, von dem zwar jetzt nur noch Ruinen da sind, welches aber wunderschön und majestätisch gewesen sein muss. Es gab dort oben sogar mehrere Pools für seine Haremsdamen.
Im Hotel angekommen machten wir im Bad Bekanntschaft mit kleinen Babyfröschen, dicken fetten Käfern und natürlich haufenweise Moskitos, aber an die hat man sich ja mittlerweile gewöhnt.
Am nächsten Tag besuchten wir dann Anuandhapura, die erste Hauptstadt Sri Lankas und Heimat des ältesten Tempels Sri Lankas. Am Tag zuvor hatte es ja so stark geregnet und so bahnten wir uns mit dem Van unseren Weg über überflutete Pfade.
Ich glaube ich war noch nie irgendwo wo es so heiß war wie in Sigirya. Die Sonne brannte vom Himmel und kein Lüftchen ging.
Wir besuchten nicht nur den ältesten Tempel Sri Lankas sondern auch den Platz des heiligen Baumes, der 2400 Jahre alt sein soll, die größte Dagoba der Welt, den ersten Tempel des Zahnes und einige weitere Sachen die unser unglaublich nerviger Guide (der nachdem er wusste, dass ich Deutsche bin, jeden Begriff in grauselig schlechtes Deutsch übersetzte, und einfach nicht damit aufhörte, obwohl ich hundert mal beteuert habe, dass ich alles verstehe).
Buddhisten aus ganz Sri Lanka pilgern nach Anuandhapura um beim heiligen Baum ihre Wünsche vorzubringen und im Tempel zu beten. Man sieht sehr viele Mönche und Nonnen in ihren orangenen Gewändern, die Buddha Milchreis und Lotusblumen bringen.
Nach einem langen Tag sind wir dann abends wieder in unser Hotel zurück und wiederum am nächsten Morgen früh aufgebrochen um die Tempelanlage in Dambulla zu besichtigen. Diese besteht aus fünf Höhlen, die als Tempel angelegt sind. Es gibt viele wunderschön verzierte Buddhastatuen. Jeweils eine sehr große, die liegt und hunderte die aufrecht stehen.
Die Wände sind mit wunderschönen Malereien verziert. Alles in Allem ist der Buddhismus eine wirklich große Sache.
Die Nachwirkungen des Buddhistischen Neujahrsfestes sind immer noch zu spüren, an jeder Ecke gibt es Tempel, die buddhistische Flagge ist omnipräsent.
Deshalb sind auch die meisten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas einfach Tempelanlagen oder heilige buddhistische Orte, die aber alle extrem schön sind und eine ganz ruhige, kontemplative (la3 vor ;-) Ausstrahlung haben.
Den vierten Tag haben wir fast komplett im Van verbracht. Im Affenzahn sind wir die Serpentinen des sri lankischen Hochlands hochgerast. Es ging höher und höher und höher, mittendrin gingen sogar meine Ohren zu. Wir fuhren durch die ganzen Teeplantagen, die das Hochland bedecken. Hunderte Frauen krabbeln in den Teeplantagen umher, bepackt mit riesigen Säcken, in denen sie die Teeblätter sammeln. Ab und zu fährt ein LKW vorbei, der in einer Art Metallkäfig die Arbeiter von einem Feld zum anderen fährt. Je höher man kommt umso mehr Blumen sieht man. Alle paar Meter springt ein Blumenverkäufer auf die Straße und möchte den Insassen der Touristenvans Sträuße andrehen. Die Vanfahrer sind das mittlerweile schon so gewöhnt, dass sie noch nicht mal abbremsen.
Am letzten Tag waren wir auch in Nuwara Eliya, auch little London, genannt. Diese ehemalige Kolonialstadt der Engländer ist die einzige Stadt in Sri Lanka, in der es jeden Tag kalt (also im Sinne von 18-20°C) ist.
Dementsprechend zog unser Fahrer auch gleich eine dicke Wollmütze an.
Die Singhalesen in Nuwara Eliya trugen alle dicke Fleecjacken, Winterstiefel, die Kinder waren eingepackt in Schals und Wollmützen.
Nuwara Eliya ist auch der einzige Ort in Sri Lanka an dem Erdbeeren gedeihen.
Deshalb ist dort alles voll mit Erdbeerwerbung, jedes Restaurant hat ein Schild mit seinen Erdbeerangeboten draußen. Dann machten wir uns auf den Heimweg. 3 Stunden bis nach Pinnuwala und dann noch mal 6 Stunden durch die stockdustere Nacht über die Ruckelpiste nach Galle. Autofahren ist in Sri Lanka nachts einfach noch viel bedrohlicher, bzw. sieht zumindest so aus. Wenn einem auf der eigenen Spur 5 Lichter entgegenkommen ist das doch sehr gruselig….
Ich hab also erst mal genug vom Autofahren und das nächste Wochenende wird komplett am Strand verbracht.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen