Samstag, 16. April 2011

Busfahren, oder die absolute Nahtoderfahrung



Heute haben Amanda und ich uns nach dem Frühstück aufgemacht um nach Mirissa zu fahren. Alle Reiseführer sagen, dass sei der allerschönste Strand hier.
Also ab zur Busstation, zum Bus durchfragen und reinquetschen.
das Haus meiner gastfamilie
Der Bus hatte wohl so etwa 40 Sitzplätze. Zu Beginn waren wohl so etwa 60 Menschen im Bus. Dieser setzte sich in Bewegung und schlängelte sich im Affenzahn durch die Straßen von Galle, an der Küste entlang. In Sri Lanka bezahlt man nicht beim Fahrer, sondern ein Mann geht rum und kassiert den Fahrpreis. Dieser Mann hängt die meiste Zeit der Fahrt aus der offenen Tür des Busses heraus und schreit den Namen der Endstation, in diesem Fall Matara. Wenn man an einer Art Bushaltestelle, in Sri Lanka wohl eher als zufällige Zusammenkunft vieler Reisewilliger zu bezeichnen, vorbeikommt und die Leute mitgenommen werden wollen bremst der Bus schnell ab, die Leute springen auf den mehr oder weniger noch fahrenden Bus auf und weiter geht’s. So füllte sich der Bus im Laufe der einstündigen Fahrt sehr schnell und schlussendlich waren wohl so 70 Erwachsene und 40 Kinder im Bus. Amanda und ich standen mitten im Gang, eingequetscht zwischen ein paar Singhalesen in der brütenden Hitze. Sobald ein Sitz frei wurde schälte sich einer der anderen Fahrgäste wenn es sein musste von einem Ende des Busses zum anderen um den Sitz zu besetzen. Das hieß dann meistens, dass nicht nur eine Person über deine Füsse trampelt, sondern auch die 3 Kinder der Person, die sich hinter ihr durchschlängelten. Man wurde also ständig von allen Seiten angerempelt während man verzweifelt versuchte sich irgendwo festzuhalten.
Am Strand angekommen mussten wir feststellen, dass der Strand zwar tatsächlich ein absolutes tropisches Paradies ist, aber an diesem Tag leider absolut unbrauchbar. Schwimmen war unmöglich, da die Wellen sehr stark und hoch waren und auch am das Liegen am Strand war nicht möglich, da das Wasser bis zum Rand der Bäume hinaufschwappte. Wir konnten unsere Sachen gerade noch retten, bevor unsere Liegen komplett uberspült wurden. Also wieder ab auf die Straße, Ausschau nach einer Art Sammelplatz halten. Ein Bus kam und wir sprangen auf. Es war wieder sehr voll und ich musste nun auch noch darauf aufpassen, dass ich nicht aus der offenen Tür geschleudert werde während der Bus in einem höllischen Tempo um Ecken bog, alle anderen Fahrzeuge überholte, Kühen auswich und versuchte zu langsame Verkehrsteilnehmer auszuschalten. Der Fahrer trug keine Schuhe während er das auseinanderfallende Vehikel steuerte. Aus reinem Interesse bei welchem Tempo ich aus der Tür fallen würde wagte ich einen Blick auf den Tacho, aber der funktionierte, Gott sei Dank, nicht. Wir sagten wir wollten in Unawatuna aussteigen, der Busfahrer hat uns aber leider nicht verstanden, obwohl ich in geschliffenem ;-) Singhalesich darum gebeten habe uns dort rauszulassen. Also mussten wir eine laaaaaaaaaange Strecke in brütender Hitze laufen. Aber in Unawatuna waren die Wellen auch nicht viel niedriger. Monsoonsaison eben, da weiß man nie ob man schwimmen kann oder nicht.
Es ist aber trotzdem noch sehr schön einfach am Rande des Strands zu sitzen und zu lesen...

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